KindergeldantragDa es sich beim Kindergeld um eine staatliche Leistung bzw. Ausgleichsleistung handelt, ist ein Antrag zwingend erforderlich. Das Kindergeld ist nach § 67 EStG stets schriftlich bei der zuständigen Familienkasse zu beantragen. Entsprechende Antragsformulare liegen bei der Familienkasse zur Mitnahme bereit oder sind online abrufbar (siehe weiter unten).

Wann Kindergeldantrag stellen?

Das Kindergeld kann dann beantragt werden, wenn die Anspruchsvoraussetzungen vorliegen, also in der Regel mit der Geburt des Kindes. Bis zur Volljährigkeit des Kindes müssen keine weiteren Kindergeldanträge gestellt werden, da das Kindergeld automatisch gezahlt wird.

Aber auch wenn die Anspruchsvoraussetzungen zwischenzeitlich nicht vorlagen und erneut wieder eintreffen, kann der Kindergeldantrag gestellt werden. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn für volljährige Kinder (bis zum 25. Lebensjahr) zwischenzeitlich kein Anspruch bestand, z.B. weil sie einer Erwerbstätigkeit nachgingen und anschließend wieder bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend gemeldet sind. Weitere Informationen siehe dazu unter Kindergeldanspruch volljähriger Kinder.

Notwendige Unterlagen

Beim ersten Kindergeldantrag muss die Geburtsurkunde als Nachweise vorgelegt werden.

Hat das Kind die Volljährigkeit erreicht, muss glaubhaft gemacht werden, dass der Kindergeldanspruch weiterhin besteht, dies geht beispielsweise mit:

  • Ausbildungsbescheinigung
  • Schulbescheinigung
  • Immatrikulationsbescheinigung
  • Behindertenausweis (bei Behinderung des volljährigen Kindes)

Dauer des Kindergeldantrags

Um die Dauer des Kindergeldantrags so kurz wie möglich zu halten, sollten nach Möglichkeit alle notwendigen Unterlagen geschlossen eingereicht werden, da Rückfragen die Bearbeitungsdauer bei der Familienkasse verlängern. In der Regel kann man von einer Antragsdauer beim Kindergeld mit drei bis sechs Wochen rechnen, wobei dies stark von der Anzahl der Kindergeldanträge sowie der Sachbearbeiter und deren Verteilung abhängig ist. Nach vier Wochen kann man aber durchaus freundlich bei der Familienkasse nachfragen, wie es um die Bearbeitungsdauer steht.

Es sind auch bereits Fälle vorgekommen, wo die Antragsteller eine Bearbeitungsdauer von drei Monaten hinnehmen mussten. Dies sind jedoch Ausnahmefälle.

Kindergeld rückwirkend beantragen – Verjährung des Kindergeldanspruchs

Kindergeld wird für den Zeitraum gezahlt, für den auch ein Anspruch besteht, dabei reicht ein Tag im Monat aus, um für den gesamten Monat Kindergeld zu erhalten. Dies ist auch rückwirkend möglich und zwar für

  • die letzten 4 Jahre,

da der Anspruch auf Kindergeld erst vier Jahre nach dem Kalenderjahr verjährt, in dem er entstanden ist. Es sind die Verjährungsvorschriften nach § 45 Abs. 1 SGB I anzuwenden. Damit ist es möglich, beispielsweise einen Kindergeldanspruch aus 2008 noch im Jahre 2012 geltend zu machen, sofern die Familienkasse keine Einrede der Verjährung erhoben hat.

rechtskräftiger Bewilligungsbescheid?

Ergeht ein Ablehnungsbescheid für das Kindergeld und dieser wird nach verstrichener Einspruchsfrist (ein Monat) rechtskräftig, so ist ein rückwirkender Kindergeldantrag im Bewilligungsbescheid genannten Zeitraum nicht mehr möglich.

Wer kann den Antrag auf Kindergeld stellen?

Grundsätzlich obliegt es den Eltern des kindergeldberechtigten Kindes, den Antrag zu stellen. Neben dem Berechtigten kann auch den Antrag stellen, wer ein berechtigtes Interesse an der Leistung des Kindergeldes hat (§ 67 EStG). Das kann etwa diejenige Person sein, die dem Kind anstelle der Eltern Unterhalt gewährt. Das Kind selbst kann den Antrag erst stellen, wenn es volljährig und damit unbeschränkt geschäftsfähig ist.

Sollte es nicht möglich sein, den Kindergeldantrag persönlich auszufüllen und abzugeben, so kann hierfür auch ein Vertreter eingesetzt werden, z.B. Steuerberater oder Rechtsanwalt.

Kindergeld online beantragen

Der Kindergeldantrag muss der Familienkasse schriftlich eingereicht werden, was bedeutet, dass eine reine Onlinebeantragung des Kindergeldes nicht möglich ist. Es besteht aber die Möglichkeit, neben dem Formular, welches handschriftlich ausgefüllt werden kann, auch eine PDF Datei zu nutzen, die am Computer ausgefüllt, gespeichert und ausgedruckt werden kann.

Der Kindergeld Antrag als PDF-Dokument kann direkt bei der Agentur für Arbeit zur weiteren Bearbeitung aufgerufen werden und ist hier zu finden:

Wo ist der Kindergeldantrag zu stellen?

Zuständig ist die Familienkasse, in deren Bezirk der Antragsteller wohnt oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. In der Regel sind die Familienkassen in den örtlichen Agenturen für Arbeit (Arbeitsamt) ansässig. Ein Ortsverzeichnis mit den Familienkassen erhalten Sie direkt auf der Seite der www.arbeitsagentur.de.