Mittlerweile hat das Elterngeld seit 2007 einen festen Bestand als Lohnersatzleistung für Zeiträume nach der Kindesgeburt und stößt bei werdenden Eltern auf breite Zustimmung. Seine Anwendung findet es nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) und hat das (mittlerweile kaum noch bekannte) Erziehungsgeld nach einer Übergangsphase vollständig ersetzt und wird zusätzlich zum Kindergeld gezahlt. Die letzte Änderung beim Elterngeld fand zum 01.01.2013 statt. Nachdem die Änderungen 2011 die Anrechnung bei Hartz IV oder Kinderzuschlag sowie der Entfall der Leistungen für Spitzenverdiener betrafen, wurde ab 2013 die Berechnung des Elterngeldes grundlegend reformiert. Bereits seit Ende 2009 lag in den Schubladen des Familienministeriums das Vorhaben, das Elterngeld aufgrund des Bruttoeinkommens zu ermitteln, welches mit der letzten Jahreswende eingetreten ist.

Ziel des Elterngeldes ist es, dass erwerbstätige Eltern sich, bedingt durch eine berufliche Unterbrechung oder Reduzierung der Wochenstunden auf maximal 30 Stunden, mehr um die Kindeserziehung kümmern und trotzdem keine “spürbaren” finanziellen Einbußen erleiden. Mit dem Elterngeld soll so der berufliche Ausstieg für einen bestimmten Zeitraum honoriert werden. So soll der gespaltene Gedanke “Beruf oder Kind” abgeschafft werden und somit Eltern nicht im Gegensatz zu Kinderlosen benachteiligt werden. Das Elterngeld bietet also Vätern die Möglichkeit, sich mehr um den Nachwuchs zu kümmern und ermöglicht den Müttern einen verbesserten Berufseinstieg.

Reform des Elterngeldes zum 01.01.2013

Künftig, also für Geburten ab 01.01.2013 wird das Elterngeld nicht mehr nach dem Nettoeinkommen sondern nach dem Bruttoeinkommen berechnet. Hierzu werden die Abzugsbeträge als Pauschalen für die Sozialversicherung sowie den Lohnsteuerabzug abgezogen. Für werdende Eltern ergeben sich dadurch, im Vergleich zur bisherigen Rechtslage, Einbußen von bis zu über 100 Euro monatlich, da auch die Steuerungsmöglichkeiten über den Wechsel der Lohnsteuerklasse sowie Berücksichtigung des Lohnsteuerfreibetrages auf der Lohnsteuerkarte (bei erhöhten Werbungskosten) wegfallen. Das gesamte Ausmaß des “Gesetzes zur Vereinfachung des Elterngeldvollzugs”, welches Anfang Juli 2012 den Bundesrat passierte, können Sie im folgenden Fachartikel nachlesen:

Regelungen nach der Reform des Elterngeldes ab 2011

Das Elterngeld wurde seit seiner Einführung im Jahr 2007 erstmalig reformiert. Folgende Änderungen traten zum 01.01.2011 zur ursprünglichen Version des Gesetzes ein:

Änderung bei der Elterngeld Berechnung

Bisher sah das Elterngeld eine Höhe von 67% des zuletzt, durchschnittlich erhaltenen Nettogehaltes an, maximal 1.800 Euro. Hier trat eine kleine Änderung ab 2011 ein. die 67% des zuletzt bezogenen Nettogehaltes erhalten nur noch Eltern, die nicht mehr als 1.200 Euro im Schnitt verdient haben.

Ab einem Einkommen von 1.200 Euro wird das Elterngeld um 0,1% je 2 Euro gekürzt, die 1.200 Euro überschreiten. Beträgt das Einkommen also 1.220 Euro, erfolgt eine Kürzung um 1 % (1.220 – 1200 = 20 / 2 = 10 *0,1% = 1%). Der Höchstsatz für das Elterngeld für Einkommen über 1.200 Euro beträgt nach der neuen Regelung 65%. Beim Höchstbetrag von 1.800 Euro hat sich auch im Jahr 2011 nichts geändert.

Interessant zu diesem Thema:

Kein Elterngeld für Spitzenverdiener

Das Elterngeld für Spitzenverdiener wurde ab dem Jahr 2011 abgeschafft. Als Spitzenverdiener gilt, wer ein zu versteuerndes Einkommen von

  • 250.000 Euro (alleinstehend)
  • 500.000 Euro (verheiratet)

im Veranlagungszeitraum vor der Geburt des Kindes hatte.

Anrechnung von Elterngeld auf Sozialleistungen
(Hartz IV, Sozialhilfe und Kinderzuschlag)

Bisher wurde der Mindestbetrag des Elterngeldes, der sog. “Sockelbetrag” in Höhe von 300 Euro nicht auf Sozialleistungen angerechnet, sprich, Bezieher von Sozialleistungen wie Hartz IV haben das Elterngeld zusätzlich zu ihrem Hartz IV Regelsatz oder bei Bezug von Kinderzuschlag erhalten. Seit der Neuregelung in 2011 wird der Elterngeld-Sockelbetrag als Einkommen auf die Hartz IV Leistungen angerechnet.

Unterm Strich bedeutet das für die Betroffenen, dass sie so gesehen kein Elterngeld erhalten, da dieses beim Hartz IV Regelsatz, der Sozialhilfe und dem Kinderzuschlag wieder gekürzt wird.

Durch die Neuregelung des Elterngelds 2011 gehen die betroffenen Hartz IV Empfänger, Sozialhilfeempfänger und Bezieher von Kinderzuschlag also als Verlierer aus dem Rennen, da ihnen 300 Euro im Monat weniger zustehen, als bisher.

Ausnahme: Bezieher von Sozialleistungen wie Hartz IV, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, erhalten einen “Elterngeldfreibetrag“. Dieser Elterngeldfreibetrag, der in Höhe des zuletzt bezogenen, durchschnittlichen Nettoeinkommens vor der Geburt des Kindes, maximal 300 Euro gewährt wird, stellt das Elterngeld bei der Anrechnung auf Sozialleistungen wie Hartz IV, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag frei. Bei diesen betroffenen Elternteilen wird das Elterngeld bis zu 300 Euro nicht auf die Sozialleistungen angerechnet.

Nur deutsches bzw. EU-Einkommen ist anrechnungsfähig

Die bisherige Regelung beim Elterngeld sah vor, das jedes Einkommen, auch aus dem Ausland als Bemessungsgrundlage für das Elterngeld dienen konnte. Ab 2011 gilt nun die Regelung, dass das Einkommen vor der Geburt des Kindes entweder in Deutschland oder in der EU/ Schweiz versteuert werden musste. Nur dieses in Deutschland und EU/ Schweiz versteuerte Einkommen wird zur Bemessung des Elterngeldes herangezogen.

Erziehungsgeld und Elterngeld im Vergleich

Im Gegensatz zum Elterngeld wurde das Erziehungsgeld an Eltern auf Antrag für die Kinder bezahlt, wenn diese vor dem 31.12.2006 geboren wurden. Je nach Wahl der Eltern konnte das Erziehungsgeld für einen Zeitraum von zwei Jahren über den so genannten Regelbetrag in einer Höhe von bis zu 300 Euro oder im Budget für ein Jahr in Höhe von 450 Euro beantragt werden. Diese Pauschalisierung der Erziehungsgeld Zahlung ging dabei jedoch nicht auf die individuellen Bedürfnisse und Lebensstandards der beantragenden Familien ein.

Maßgeblich für die Wahl zwischen Budget- und Regelbeitrag beim Erziehungsgeld waren dabei die Beitragsbemessungsgrenzen, die nach dem Gesamteinkommen der Familie berechnet wurden. Beim Regelbetrag über einen Zeitraum von 24 Monaten wurde im zweiten Jahr entsprechend dem Einkommen der Familie das Erziehungsgeld gekürzt, im Budgetfall hingegen wurden über einen Zeitraum von 12 Monaten die 450 Euro vollständig ausgezahlt. Entsprechend kam gerade für Besserverdienende häufig nur das Erziehungsgeld als Budgetzahlung in Betracht, da ihnen bei der Wahl des Regelbetrages im zweiten Jahr zumeist große Teile oder gar das ganze Erziehungsgeld gestrichen wurden. Sie kamen daher nur bedingt in den Genuss einer staatlichen Unterstützung während der Elternzeit.

Erhöhung des Elterngeldes durch Geschwisterbonus und Mehrlingsgeburten

Neben dem grundsätzlichen Anspruch auf Elterngeld gibt es zusätzliche Punkte in der Berechnung, welche den Betrag des auszuzahlenden Elterngeldes noch erhöhen. Dazu gehören beispielsweise Zuschüsse für kleine Geschwisterkinder in Höhe von 10 % des Elterngeldes (mindestens jedoch 75 Euro) für ein Kind unter 3 Jahren bzw. wenn zwei Kinder unter 6 Jahren ebenfalls im Haushalt betreut werden. Einen Sonderfall stellt dabei ein behindertes Kind unter 14 Jahren dar, für welches ebenfalls ein Geschwisterbonus in den Auszahlungsbetrag einfließt.

Ein weiterer Zuschuss wird bei Geburt von Mehrlingen in Höhe von 300 Euro je Mehrlingskind gewährt. Das bedeutet, dass bei der Geburt von Zwillingen weitere 300 Euro, bei der Geburt von Drillingen weitere 600 Euro Elterngeld zu erhalten sind. Somit kann der Höchstbetrag von 1800 Euro bei einer Zwillingsgeburt auf bis zu 2100 Euro steigen. Sollten Geschwisterkinder existieren, ist eine weitere Elterngeld Erhöhung möglich.

Ein weiterer Aspekt, der sich beim Elterngeld gegenüber dem Erziehungsgeld verändert hat, ist die Wahl der Bezugsperson. Während beim Erziehungsgeld innerhalb der Elternzeit einmalig zwischen Mutter und Vater gewechselt werden konnte, ist es nun auch möglich, dass beide Partner gemeinsam die Elternzeit in Anspruch nehmen.

Lediglich die Zahl der in Anspruch genommenen Monatsbezüge kann nicht erhöht werden, was bedeutet, dass beide Partner gleichzeitig eine Zeit von sieben Monaten in Anspruch nehmen können, in denen sie zusammen das Elterngeld beziehen.