Kinderzuschlag

Finanzielle Hilfe speziell für Kinder

Der Kinderzuschlag, der offiziell am 01.01.2005 zusammen mit den Hartz-Gesetzen eingeführt wurde,  ist eine Sozialleistung, die ähnlich dem Kindergeld von den Familienkassen gewährt, ausgezahlt und verwaltet wird. Kinderzuschlag soll Eltern vor Hartz IV schützen, die zwar selbst genügend Einkommen für sich zur Verfügung, aber nicht für die Kinder haben. Aus diesem Grund haben Hartz IV Bezieher auch keinen Anspruch auf Kinderzuschlag, da ihr Bedarf bereits durch die Regelleistungen gedeckt ist. 

Wer hat Anspruch auf den Kinderzuschlag?

Kinderzuschlag können Elternpaare oder Alleinerziehende erhalten, wenn im Haushalt ein unverheiratetes Kind lebt, welches das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat und zudem für dieses Kind Anspruch auf Kindergeld oder eine vergleichbare Leistung besteht, die den Bezug des Kindergeldes ausschließt. Die Leistungsgewährung ist also an die Anspruchsvoraussetzungen des Kindergeldes gekoppelt.

Höchsteinkommensgrenze beachten

Weiterhin muss sich das vorhandene Vermögen und Einkommen der Eltern in einem bestimmten gesetzlichen Rahmen zwischen der Mindesteinkommensgrenze und der Höchsteinkommensgrenze (siehe auch Einkommensgrenzen) bewegen, damit einem Antrag auf Kinderzuschlag entsprochen werden kann. Sollte das Kind bereits eigene Einkünfte haben, werden diese ebenfalls angerechnet.

Höhe des Kinderzuschlags

Der Kinderzuschlag ist abhängig vom Einkommen der Eltern sowie der Kinder und beträgt höchstens 140 Euro monatlich für jedes anspruchsberechtigte Kind. Zum 01.07.2016 wird der Kinderzuschlag um weitere 20 Euro auf insgesamt 160 Euro angehoben.

Zusätzliche Leistungen für Schule

Darüberhinaus erhalten Eltern für jedes Kind, für das im August eines Jahres ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht, jeweils (ohne gesonderten Antrag) 100 Euro zusätzlich als Leistungen für die Schule ausgezahlt. Hierfür muss das Kind allerdings eine allgemeine oder berufsbildende Schule ohne Ausbildungsvergütung besuchen.

Kein Anspruch bei ausschließlichen Sozialleistungen

Kinderzuschlag wird nicht gewährt, wenn die Eltern neben dem Kindergeld noch weitere Sozialleistungen, wie beispielsweise Sozialhilfe oder Hartz IV / Arbeitslosengeld II beziehen und sonst über kein eigenes Einkommen verfügen.

Politischer Hintergrund

Der Kinderzuschlag wurde im Bundeskindergeldgesetz (BKGG) festgeschrieben und ist nach dem Gesetz her eine wichtige, familienpolitische Maßnahme die hilft, Eltern und Elternteile davor zu bewahren, wegen ihrer Kinder Hartz IV beantragen zu müssen.

Der Kinderzuschlag soll den Bedarf eines Kindes decken, wenn die Eltern mit ihrem Einkommen nach der bestehenden Berechnungsgrundlage, nur ihren eigenen Bedarf decken könnten. Ohne den Kinderzuschlag würde aber eine Versorgungslücke entstehen, die vom Gesetz her die Eltern berechtigen würde, Hartz IV / Arbeitslosengeld II zu beantragen.

Diese entstehende Lücke wurde mit der Verabschiedung des Kinderzuschlags geschlossen und erreicht nach Ministeriumsangaben bereits über eine Viertelmillion Kinder und bewahrt nachhaltig vor Armut. Zugleich plant die Regierung aber bereits nach rund drei Jahren Kinderzuschlag eine Reform der bestehenden Gesetzesvorlage, um noch mehr Familien und noch mehr Kinder erreichen zu können und Steuergelder dorthin zu vermitteln, wo sie gebraucht werden.