Einkommensgrenzen beim Kinderzuschlag

Zunächst gibt es beim Kinderzuschlag eine Mindesteinkommensgrenze. Eltern müssen also ein bestimmtes Einkommen und Vermögen vorweisen können, was dazu ausreicht die eigenen, nicht aber die Bedürfnisse eines Kindes zusätzlich zu decken. Die Regelungen des Arbeitslosengeld II (Hartz IV) zeigen den Bedarf im Einzelfall auf und bilden die so genannte Mindesteinkommensgrenze.

Mindesteinkommensgrenzen

Die Mindesteinkommensgrenzen sind beim Kinderzuschlag einheitlich geregelt und betragen

  • bei Alleinerziehenden 600 Euro
  • bei Elternpaaren 900 Euro


Dabei muss die Mindesteinkommensgrenze von den Eltern oder Elternteilen aus eigenem Einkommen bestritten werden, beispielsweise aus Erwerbseinkommen, wobei hier vom Bruttoeinkommen auszugehen ist. Dem Erwerbseinkommen sind auch das Arbeitslosengeld (ALG I), Kurzarbeitergeld sowie das Krankengeld gleichgestellt. Werden hingegen ausschließlich Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld II/ Hartz IV, Sozialgeld oder Sozialhilfe in Anspruch genommen, kann die Mindesteinkommensgrenze nicht erreicht werden und der Anspruch auf den Kinderzuschlag entfällt.

Höchsteinkommensgrenze

Die zweite Einkommensgrenze bildet die Höchsteinkommensgrenze beim Kinderzuschlag. Eltern und Elternteilen kann kein Kinderzuschlag gewährt werden, wenn das vorhandene Einkommen und Vermögen so hoch ausfällt, dass im Sinne der Regelungen zu Hartz IV der eigentliche Bedarf des Gesamtkinderzuschlags überschritten wird.

Ein Bedarf und somit ein Anspruch auf Kinderzuschlag besteht allerdings nur dann, wenn die Eltern gemäß geltender, gesetzlicher Lage nur ihren eigenen Unterhalt bewerkstelligen könnten, nicht aber noch zusätzlich den Bedarf eines Kindes mit abdecken könnten. Gleichzeitig darf das vorhandene Einkommen einschließlich des Kinderzuschlags allerdings nicht höher ausfallen, als es die Regelungen zum Arbeitslosengeld II  bzw. Sozialgeld vorschreiben, denn dann wäre die Höchsteinkommensgrenze erreicht, die den Anspruch verweigert.

Pauschale Regelsätze im Sinne des ALG II

Diese Grenze ist die Summe, die sich aus pauschalisierten Regelsätzen zur Lebensunterhaltssicherung (Grundbedarf) und den Kosten für Unterkunft und Heizung ergibt. Pauschalisierte Leistungen sind zum einen die Regelleistung und die Leistungen für Mehrbedarfe, die gesetzlich festgeschrieben sind und sich wie folgt verteilen:

Bedarfab 01.01.2017ab 01.01.2016
Regelbedarf für Volljährige/ allein erziehende409 €404 €
RL volljährige Partner innerhalb einer Bedarfsgemeinschaft368 €364 €
RL unter 25-Jährige im Haushalt der Eltern /  Strafregelleistung für ohne Zustimmung  ausgezogene U 25’er327 €324 €
Kinder 0 bis 5 Jahren237 €237 €
RL für Kinder von 6 bis 13 Jahren291 €270 €
Kinder 14 bis 17 Jahre311 €306 €

Zu den Regelleistungen kommen die bereits erwähnten Leistungen für Mehrbedarfe. Ein Mehrbedarf entsteht zum Beispiel bei einer Schwangerschaft, bei Behinderung oder auch bei einer gesundheitlich bedingten und somit kostenaufwändigeren Verpflegung. Auch hier gibt es pauschalisierte Sätze. Mehr zu diesem Thema können Sie unter http://www.hartziv.org/mehrbedarf.html nachlesen.

Prozentualer Wohnanteil der angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung

Neben der Unterhaltskosten, die im oberen Absatz erläutert wurden, sind auch die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung zu berechnen. Berechnet werden die tatsächlichen Kosten, wobei eine Angemessenheit vorzufinden sein muss. Der elterliche Bedarf wird dann entsprechend berechnet und entspricht einem anteiligen Wert der Wohnkosten. Grundlage für die anteilige Berechnung in 2017 ist der 10. Bericht zum Existenzminimum vom 28.01.2015 (hier nachzulesen) und daraus ergeben sich folgende Anteile:

Alleinstehende Elternteile mitWohnanteil des Elternteils in %Elternpaare mitWohnanteil der Eltern in %
1 Kind76,751 Kind83,25
2 Kindern62,272 Kindern71,31
3 Kindern52,393 Kindern62,37
4 Kindern45,214 Kindern55,41
5 Kindern39,775 Kindern49,86

Rechenbeispiel für den Anspruch auf Kinderzuschlag

Grundlage für den folgenden Rechengang ist die Situation eines

  • Elternpaares
  • das mit zwei Kindern zusammen im gemeinsamen Haushalt lebt
  • Mietkosten betragen 600 Euro monatlich

Dieses Rechenbeispiel für 2017 ist authentisch, denn es basiert auf Informationen des Bundesfamilienministeriums und wird auch dort unverändert angeführt.

Grundbedarfsermittlung für den Kinderzuschlag:

Der Kindergeldberechtigte erhält 90 Prozent der Regelleistungen (368 Euro) genauso wie der Ehegatte 368 Euro erhält (gesamt 736 Euro für das Elternpaar). Der Wohnbedarf der Eltern liegt bei 71,31 Prozent von 600 Euro, welches gerundet eine Summe von 428 Euro ergibt. Zusammen ergibt das einen Gesamtbedarf der Eltern von 1.164 Euro.

Nun rechnet man den möglichen Kinderzuschlag,  2 x 170 Euro (ab 01.01.2017),  direkt hinzu und erreicht die Höchsteinkommensgrenze. In diesem Fall also insgesamt 1.504 Euro monatlich. Die Eltern der beiden Kinder wären also nur berechtigt, Kinderzuschlag zu erhalten, wenn ihr Einkommen mindestens 900 Euro beträgt (Mindesteinkommensgrenze), aber 1.504 Euro (Höchsteinkommensgrenze) nicht übersteigt. Ist das Einkommen höher, besteht kein Anspruch auf Kinderzuschlag.

Letzte Aktualisierung: 23.01.2017